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Die Atlanta Jazzband, seit vielen Jahren in der Szene ein fester Begriff, wurde 1986 wiedergegründet mit dem neuen Gedanken, Old Jazz zu spielen. Dass sich daraus ein solch eigenständiger Sound entwickeln würde, war nicht abzusehen, bald hieß er einfach „Old Jazz In New Colours“.

Aber bei sechs so unterschiedlichen musikalischen Vorgeschichten verwundert es heute nicht, wenn die Stile durchmischt wirken, als wollten Ragtime, Blues, funky music, Dixieland und Salsa eine lebenslange Liaison eingehen. Nicht zuletzt prägen eine Reihe origineller Eigenkompositionen das Klangbild der sechsköpfigen Band.

Historie

Als die Atlanta Jazzband zu Beginn der 1960er Jahre in Düsseldorf zu spielen begann, praktizierten die Musiker mit Freude die Spielart des Dixieland Revival Jazz. Häufiger wurde im Laufe des Abends das Instrumentarium gewechselt; neben Kornett, Posaune, Klarinette und Klavier ertönten auch Banjo, Sousaphon und Waschbrett.

Gegen 1970 bestand die Band-Besetzung aus Calle Barkhausen (dr, wb), Udo Jägers (git, bjo), Klaus Müller (e-b, sous), Agi Huppertsberg (p), Gunter Steidl (cl, sax) und Jürgen Königs (tb). Der junge Trompeter Klaus Osterloh kam dazu. Er ging noch zur Schule und knatterte mit seinem alten VW-Käfer zu den Auftritten. Ihm war es vergönnt, die Erfolge dieser Band mitzufeiern und seine erste LP mit ihr aufzunehmen: „Something Wrong?“

Etliche Jahre später (1986) gab ihm die WDR Bigband beruflich die Töne vor, und es war der Pianist Holger Clausen, der gemeinsam mit Klaus Osterloh die musikalische Idee aufgriff, alten Jazz zu spielen, aber verschiedene Klanggewürze darunter zu streuen. So entstand die Atlanta Jazzband in Köln neu.

Eine Dixielandband neu zu gründen war Ende der achtziger jahre ungewöhnlich, denn die große Zeit dieser Musik schien längst vorbei, und das junge Publikum hörte eher Rock- und Popmusik.

Trotzdem brauchten Holger und Klaus nicht lange zu suchen, denn im Kölner Kollegenkreis fanden sie Musiker, die ihre Begeisterung teilten: Georg Mayr (cl,sax), Henning Berg (tb), Heinz Greven (b) und Michael Claudi (dr). Klaus und Henning spielten in der WDR Big Band, Georg in der Bigband der Bundeswehr, Holger war im Düsseldorfer Theaterbereich tätig, Heinz im WDR-Rundfunkorchester, Michael als gesuchter Drummer in vielen Freelance-Bands.

Für Henning, der sich musikalisch anders orientierte, kam Posaunist Bernt Laukamp aus der WDR Big Band hinzu. Für einige Jahre war auch WDR-Lead-Altist Heiner Wiberny Mitglied der Atlanta, bis Schorsch Mayr ihn 2002 wieder ablöste.

Unser Pianist Holger Clausen, der mit seinen Kompositionen und seinem Klavierspiel die Band stark geprägt hat, starb im Jahre 2008. Auch sein Nachfolger Jochen Bosak, mit dem wir drei schöne Jahre lang zusammen arbeiteten, verließ die Welt nach langer Krankheit. So hatte die Band eine schwierige Zeit zu überstehen. Aber mit Hilfe eines großen Freundeskreises von Musikern und Musikliebhabern ist solch eine Situation zu bewältigen.

Wir sind nun sehr froh, mit Christian Cluxen für Holger und Jochen einen Nachfolger gefunden zu haben, der unser Herz bewegt. Er spielt in einer Stilistik, die sich wunderbar in unseren Bandsound einfügt und ihn um neue Klänge ergänzt. Christian hat einen hervorragenden Namen in der Szene und ist eine Bereicherung für unsere Band.

Von Beginn an hat Kontrabassist Heinz Greven an sämtlichen Konzerten und Aufnahmen mitgewirkt. Zwar ist er so unverschämt jung geblieben, dass wir ihm den eigens gestifteten “Ehrenpreis Jugend musiziert" verliehen. Aber er hat sich vor Kurzem aus Altersgründen entschieden, die Band zu verlassen. Wir danken Heinz sehr herzlich für viele gemeinsame Erlebnisse, Töne und Klänge! Seine Lebensart und sein Spielen waren uns Antriebsfeder und werden es bleiben.
Es ist ein Bassist in die Band gekommen, der ganz im Sinne von OLD JAZZ IN NEW COLOURS mit uns musiziert und mit seinen tiefen Tönen Akzente setzt. Er versteht unsere Musik bestens, und wir freuen uns, mit ihm zusammenspielen zu können: Jochen Schaal.

Die Liebe zum alten Jazz bildet den Mittelpunkt unserer musikalischen Arbeit. Mit der Zeit entstand ein anspruchsvolles Repertoire eigener Prägung, das sich bis heute immer noch vergrößert. Das Publikum erlebt einen Querschnitt durch den Jazz von den Anfängen bis heute.

Großen Erfolg feiern das weihnachtliche Programm IN DIXIE JUBILO, das Frühlings-Jazz-Programm SPRING IS HERE und die Begegnungen mit der Alten Musik in THE CONSORT MEETS THE BAND. In über 25 Jahren entstanden LPs, CDs und DVDs, die das musikalische Schaffen dokumentieren.

Die ATLANTA JAZZBAND KÖLN spielt heute in dieser Besetzung:

Klaus Osterloh (tp)
Georg Mayr (cl,fl,sax)
Bernt Laukamp (tb,tba,blues harp)
Christian Cluxen (p)
Jochen Schaal (b)
Michael Claudi (dr)